Werbung
📏 Toleranzen

Toleranzen & Passungen

ISO-System, Grundbegriffe, Passungsarten – endlich verständlich erklärt.

Werbung

1. Grundbegriffe

BegriffSymbolDefinitionBeispiel (∅20H7)
NennmaßNTheoretisch gewolltes Maß20 mm
IstmaßITatsächlich gemessenes Maß20,01 mm
Oberes AbmaßES (Bohrung) es (Welle)Größte zulässige Abweichung+0,021 mm
Unteres AbmaßEI (Bohrung) ei (Welle)Kleinste zulässige Abweichung0 mm
ToleranzTT = ES − EI (Streubereich)0,021 mm
HöchstmaßGN + oberes Abmaß20,021 mm
MindestmaßKN + unteres Abmaß20,000 mm
Schreibweise am Zeichnung

Beispiel: ∅ 20 H7 = Bohrung, Nennmaß 20 mm, Toleranzfeld H, IT-Qualität 7
Oder direkt mit Abmaßen: ∅ 20 +0,021/0 (oben = ES, unten = EI)

2. IT-Qualitäten

IT steht für International Tolerance. Je kleiner die Zahl, desto enger (genauer) die Toleranz.

IT-QualitätToleranz bei ∅20 [µm]HerstellverfahrenAnwendung
IT 59Schleifen, HonenWälzlager-Passungen, Spindeln
IT 613Schleifen, ReibenPassbohrungen, Wellen
IT 721Reiben, FeinbohrenGleitlager, allg. Passungen
IT 833Drehen (Schlichten)Lose Passungen
IT 952DrehenFreimaßtoleranzen
IT 11130Sägen, BiegenRohmaterial-Maße
IT 13330Gießen, SchmiedenRohteile

3. Passungsarten

Spielpassung

Welle ist immer kleiner als Bohrung → es gibt immer Spiel S

Smin = EI − es > 0
Beispiele: H7/f7, H7/g6, H8/e8
Anwendung: Gleitlager, Führungen, Kolben
Übergangspassung

Sowohl Spiel als auch Übermaß möglich – je nach Istmaß

ES−ei > 0, ES−ei < 0 möglich
Beispiele: H7/k6, H7/m6, H7/n6
Anwendung: Zahnräder, leicht lösbar
Presspassung

Welle ist immer größer als Bohrung → Übermaß U

Umin = ei − ES > 0
Beispiele: H7/p6, H7/r6, H7/s6
Anwendung: Zahnrad-Naben, Buchsen
Einheitssystem

Einheitsbohrung (H): Bohrungsabmaß EI = 0 (Bohrung = Nennmaß als Mindestmaß). Welle wird angepasst. → Praxis: am häufigsten!
Einheitswelle (h): Wellenabmaß es = 0 (Welle = Nennmaß als Höchstmaß). Bohrung wird angepasst.

4. Häufig verwendete Passungen

PassungsbezeichnungArtTypische Anwendung
H7/f7SpielpassungGleitpassung, leicht laufende Teile
H7/g6Spielpassung (eng)Präzisions-Gleitpassung, Spindeln
H7/h6Spielpassung (sehr eng)Zentrierpassung, Auswechselteile
H7/k6ÜbergangspassungZentrierung mit nötigem Schluß
H7/m6ÜbergangspassungZahnräder, Riemenscheiben (lösbar)
H7/p6Presspassung (leicht)Laufbüchsen, leichte Preßpassung
H7/s6PresspassungWälzlageraußenring, Naben
H7/r6PresspassungLager in Gehäusen

5. Allgemeintoleranzen (Freimaßtoleranzen)

Wenn kein Toleranzfeld angegeben ist, gilt die Allgemeintoleranz nach DIN ISO 2768:

KlasseBenennung0,5–3mm3–30mm30–120mm120–400mm
ffein±0,05±0,05±0,10±0,15
mmittel±0,10±0,10±0,20±0,30
cgrob±0,15±0,20±0,50±0,80
vsehr grob±0,50±1,00±1,50
Auf dem Zeichnungsrahmen

Im Zeichnungsschriftfeld steht z.B. ISO 2768-m oder Allgemeintoleranz DIN ISO 2768-m. Das heißt: alle Maße ohne Toleranzangabe bekommen Klasse "m".