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🌀 Fräsen

Fräsen

Gleichlauf, Gegenlauf, Fräsarten, Schnittdaten – kompakt erklärt.

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1. Grundprinzip des Fräsens

Beim Fräsen rotiert das Werkzeug (Fräser), während das Werkstück linear bewegt wird. Die Schneiden greifen periodisch ein.

Unterschied zum Drehen

Beim Drehen dreht das Werkstück, beim Fräsen dreht das Werkzeug. Beim Fräsen sind die Schneidkräfte unterbrochen (jede Schneide greift nur kurz ein) → Stoßbelastung auf das Werkzeug!

2. Gleichlauf vs. Gegenlauf

Das ist eine der wichtigsten Entscheidungen beim Fräsen! Immer wissen, was man einstellt 👇

✅ Gleichlauf (G3/CCW)
  • Fräser dreht in gleicher Richtung wie Vorschub
  • Span wird dick → dünn (günstiger Schnitt)
  • Bessere Oberfläche
  • Geringere Wärmeentwicklung
  • Nur bei spielfreier Maschine!
Anwendung: Schlichten, moderne CNC-Maschinen
⚠️ Gegenlauf (G2/CW)
  • Fräser dreht entgegen der Vorschubrichtung
  • Span wird dünn → dick
  • Mehr Wärme, schlechtere Oberfläche
  • Sicherer bei ältere Maschinen mit Spiel
  • Mehr Vibrationen
Anwendung: Schruppen, alte/spielbehaftete Maschinen
Wichtig!

Gleichlauf an Maschinen mit Kugelumlaufspindeln (CNC) = Standard und empfohlen.
Gegenlauf an alten Fräsmaschinen mit Trapezspindeln (haben Spiel) = empfohlen, sonst Rattern/Zug ins Spiel!

3. Fräsarten

FräsartWerkzeugBeschreibungAnwendung
StirnfräsenPlanfräskopfStirnflächen des Fräsers arbeiten, große FlächenGrundflächen, große ebene Flächen
UmfangsfräsenWalzenfräserUmfangsflächen des Fräsers arbeitenNuten, Konturen
NutenfräsenSchaftfräserVolleingriff oder Teileingriff in NutbreiteT-Nuten, Passfedern-Nuten
KopierfräsenKugelfräser5-Achsen oder 3-Achsen KonturbearbeitungFormen, Freiformflächen
GewindefräsenGewindefräserHelixförmige BewegungGewinde in gehärtetem Material

4. Schnittgrößen beim Fräsen

SymbolNameEinheitBedeutung
vcSchnittgeschwindigkeitm/minUmfangsgeschwindigkeit des Fräsers
nDrehzahl (Spindel)min⁻¹Spindeldrehzahl
fzVorschub je Zahnmm/ZWeg pro Schneidenzahn pro Umdrehung
vfVorschubgeschwindigkeitmm/minTischvorschub, Einstellung am CNC
apAxiale SchnitttiefemmTiefe des Eingriffs (Z-Richtung)
aeRadiale EingriffsbreitemmBreite des Eingriffs (< Fräserdurchmesser)
znZähnezahlAnzahl Schneiden des Fräsers
Drehzahl n [min⁻¹]
n = (vc × 1000) / (π × d)
d = Fräserdurchmesser [mm]
Vorschubgeschwindigkeit vf [mm/min]
vf = fz × zn × n
fz [mm/Z], zn = Zähnezahl, n [min⁻¹]
Zeitspanvolumen Q [cm³/min]
Q = (ap × ae × vf) / 1000
ap [mm], ae [mm], vf [mm/min]
Praxis-Tipp: fz bestimmen

Als Faustregel: fz ≈ d/100 bis d/50 für Stahl-Schruppen. Bei einem 10mm-Fräser: fz ≈ 0,05–0,1 mm/Z. Immer Herstellerkatalog prüfen!

5. Richtwerte Fräsen (Schaftfräser HSS/HM)

Werkstoffvc [m/min]
HM
fz [mm/Z]
Schruppen
ap max [mm]
(Fräser-∅)
Baustahl S235100–2000,04–0,100,5 × d
Vergütungsstahl 42CrMo480–1500,03–0,070,3 × d
Edelstahl 1.430160–1200,02–0,050,3 × d
Aluminium300–15000,05–0,21,0 × d
Gusseisen GJL120–2000,05–0,120,5 × d
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Fräs-Rechner vf
vf [mm/min]